Neuanfang in Europa

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Team Klausis Runner 2 ......OK
Passwort XXXXXXXXXXX ......OK
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Erlebniss-Bericht OZ

Es dauerte einige Stunden bis wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten. Ich legte direkt in Madrid eine neue SIN ins Commlink und TAZ und ich suchten uns zwei getrennte aber dicht bei einander liegende Hotels. Es dauerte bis ich die Augen zum Schlafen für ein paar Stunden schließen konnte. Jedes Geräusch ließ mich aufschrecken. Ich hoffte, wir hatten unsere Spuren gut genug verwischt. Lange wollte ich hier aber zur Sicherheit nicht bleiben. Nach 5 Tagen verschnaufen und durchplanen der nächsten Schritte beschlossen TAZ und ich Spanien zu verlassen und über möglichst viele Umwege nach Berlin zu reisen.

Mit dem Auto ging es durch Frankreich nach Italien. Wir vermieden generell große Straßen und fuhren über diverse Dörfer. Wenn wir nicht auf der Flucht gewesen wären, hätte man die Schönheit der Strecke sicher auch genießen können, doch unser Blick galt mehr dem Rückspiegel ob uns nicht doch jemand folgen würde. Von Italien ging es mit dem Zug nach Österreich und von dort nach Polen mit dem Auto. Unsere Nerven hatten sich mittlerweile an die permanente Zerreißprobe gewöhnt und wir schafften es auch täglich mittlerweile 4-5 Stunden zu schlafen – natürlich abwechselnd.

In Berlin angekommen und von der ganzen Fahrerei müde und geschlaucht ließen wir uns in einem der weniger gesicherten Stadtteile nieder. TAZ besorgte uns – wohl dank ihrer guten Russisch-Kenntnisse – relativ günstig ein paar Waffen. Wir zahlten nur knapp das doppelte als in Seattle. In einer solchen Großstadt bist du ohne Schieber echt aufgeschmissen aber egal, eines nach dem anderen. Wir hatten ein Dach über dem Kopf, die Grundbewaffnung war wieder hergestellt und alles andere würde dann auch schon wieder in die richtige Bahn kommen.

TAZ meldete sich dann bei ihrem Matrixring in Seattle um sich dort abwesend für unbestimmte Zeit zu melden. Die Herrschaften hatten scheinbar Besuch von Wenz bekommen bzw. seinen Handlangern. Verdammt, die waren echt gut. Ich rief sofort Leo an und auch er sagte mir, dass man ihn höflich kontaktiert hätte und gebeten hatte sich mit mir in Verbindung zu setzen um die Sache aus der Welt zu schaffen.

Die Hunde hatten es echt geschafft selbst an meine wahre Identität zu kommen. Ich versprach mich darum zu kümmern und überlegte fieberhaft, was man tun konnte. 3 Tage später schaltete ich den Fernseher ein und es kam ein Bericht über Seattle. Der Chef eines Sicherheitsunternehmens Herr Wenz senior sei einem Attentat zum Opfer gefallen. Der Sohn würde fortan die Geschäfte weiterleiten.

Dieses Attentat kam mir natürlich sehr gelegen, scheinbar hatte Wenz auch noch andere Feinde oder sollte er gar den Rittern der Valküren zum Opfer gefallen sein. Naja, mir war es egal. Ich konnte endlich ein wenig aufatmen und überlegte lange, wie mein Leben weiter gehen sollte. Die letzten Tage ließen dafür kaum Zeit und Platz. Ich hatte jetzt über 500.000 ¥, damit würde ich nach vorsichtigen Kalkulationen und mit wenig spekulativen Geldanlagen ca. 15 Jahre leben können. Wenn ich dazu noch ein wenig meine Finanzdienstleistungen für andere wieder anbieten würde, dann würde ich auch in Europa ein sehr gutes Leben führen können. Natürlich ist der Markt hier etwas anders, aber das wäre nur ein kurzfristiges Problem. Ich beschloss mich mit dem Gedanken näher zu beschäftigen und eventuell die Panzerweste an den Nagel zu hängen. Mit etwas Glück würde ich Jasminda ja auch nach Europa holen können. So wohl fühlen tat sie sich in Seattle ja auch nicht.

Nur was ist mit dem Team ? Haben die anderen beiden es auch geschafft aus Seattle raus zu kommen ? Die letzten Tage bis zum Treffen vergingen zäh und in mir machte sich wieder die Unruhe bereit wie auf der Flucht. An die Pistole unter dem Kopfkissen hatte ich mich mittlerweile gewöhnt und auch das Kompendium der Zaubersprüche lenkte mich nur wenig ab. Zwar waren viele der dortigen Sprüche jetzt durch den Geldsegen in greifbare Nähe gerückt aber die übliche Ablenkung beim Lesen blieb aus.

TAZ und ich betraten den Platz von zwei verschiedenen Seiten wir hatten unsere neuen Comlinks auf aktiv geschaltet und waren so ständig miteinander im Kontakt. TAZ entdeckte Joe als erstes und ich hatte das zweifelhafte Vergnügen von Flipp entdeckt und überrascht zu werden. Die Kleine ist echt eine Meisterin im Anschleichen. Ich habe beinahe einen Herzinfarkt bekommen als sie plötzlich mit einem lauten BUH hinter mit stand.

Dennoch habe ich mich noch nie so gefreut, sie zu sehen. Mir war echt ein Stein vom Herzen gefallen. Beiden ging es gut und auch sie hatten es wohl geschafft ohne große Probleme aus Seattle raus zukommen. Was wir allerdings alle festgestellt hatten, dass fast alle Connections von uns Besuch bekommen hatten und uns abgeraten haben so schnell wieder nach Seattle zukommen.

Flipp erzählte uns mit einem breiten Grinsen, dass Sie Wenz zum Abschuss für 80.000 ¥ freigegeben hätte und jemand auch schon die Arbeit erledigt hatte. Also war Flipp dafür verantwortlich, dass unser Johnson ins Gras gebissen hat. Irgendwie war einiges geschehen, früher hätte ich bei so was sicherlich Gewissensbisse bekommen, ein schlechtes Gefühl zu mindestens. Doch die letzten Jahre hatten ihre Spuren scheinbar auch an mir hinterlassen. Entweder er oder wir schoss es mir nur durch den Kopf und ich gab Flipp meinen Anteil an der Problembeseitigung: 20.000 ¥

Danach war das Thema Wenz erledigt und wir gingen erstmal einen trinken und erzählten uns von unseren Umwegen nach Berlin. Flipp hatte es erstmal in die Bretagne verschlagen. Die Verrückte hat sich dort sofort nach ihrer Ankunft ein Haus gekauft und Joe als Untermieter einquartiert. Man sah es ihr aber an, dass ihre Gang ihr fehlte. Ich glaube wir beide würden die nächste Zeit am meisten darunter zu leiden haben fern ab von Seattle – fern ab von Jasminda und den Lightwarrior.

Da ich der französischen Sprache nicht so mächtig war und ich auch momentan keine Lust hatte Vokabeln zu lernen würde ich mir wahrscheinlich eine kleine Wohnung in England oder Irland suchen. Ich denke die Mischung aus wildem Leben in Citys wie London und dem ruhigen Leben auf dem Land wären erstmal das Beste für mich.




Brief von OZ an seine Taliskrämerin und Freundin Jasminda


Liebste Jasminda,

verzeih, dass ich mich erst jetzt bei dir melde, doch ich musste warten bis sich die Wogen etwas glätteten die unser letzter Auftrag geschlagen hat. Ich gehe davon aus, dass auch du nach unserem Abtauchen Besuch bekommen hast und ich hoffe, dass sie dir nicht allzu großen Ärger gemacht haben. Ich bitte dich vielmals um Entschuldigung für die Mühen und hoffe, dir mit dieser Nachricht die Umstände ausreichend erklären zu können. Natürlich kann ich dir nicht allzu viele Details nennen, da ich dich nicht noch weiter reinreißen will, als ich es schon getan habe.

Ich habe einen Auftrag angenommen und wieder mit meinem Team zusammengearbeitet, dass du auch schon kennen gelernt hast. Bei den Recherchen zu diesem Auftrag haben wir scheinbar in ein Hornissennest gestochen und haben uns somit selbst zur Zielscheibe gemacht. An einem gewissen Punkt des Auftrages wurden wir in einen Hinterhalt gelockt und sind nur knapp mit dem Leben davon gekommen und haben uns nicht zusammen mit mehreren Kilo Plastiksprengstoff in Rauch aufgelöst. Da uns der Auftraggeber danach auch noch den Job entzogen hatte – die Gründe dafür waren ok und wurden akzeptiert brauchten wir allerdings erstmal Zeit zum Abtauchen. Ein Mitglied unseres Team handelte in diesem Moment etwas eigenmächtig und die Dinge gerieten zu schnell ins Rollen um noch gestoppt zu werden.

Wir verließen Seattle mit einer größeren Menge Geld um davon einige Zeit leben zu können und unsere Spuren zu verwischen. Aus dem Grund bin ich auch über die alte Nummer nicht mehr zu erreichen. Ich werde dir später eine gesicherte Nummer zukommen lassen, doch lass uns bitte erst noch ein wenig Gras über die Sache wachsen lassen. Bitte lasse mir nur eine kurze Nachricht auf untenstehende Mailbox zukommen, ob es dir gut geht, danach wird die Mailbox wieder eingestampft.

Ich bedaure, dass wir uns jetzt eine Zeit lang nicht sehen können. Die langen Gespräche und dein Lachen werden mir sehr fehlen. Leider bringt mein Beruf – und das war uns beiden klar – das eine oder andere Risiko mit sich. Dass es allerdings zu so einer überstürzten Flucht kommen würde, war mir nicht klar. Ich hoffe wir werden uns bald wieder sehen und können dann dort wieder anknüpfen wo wir aufgehört haben.

Pass auf dich auf Jasminda und nochmals sorry für den überraschenden Aufbruch und den vermutlichen Ärger. Wenn du was brauchst, lass es mich wissen. Ich melde mich bei dir.

Der Deine

Adam


Brief von OZ an seinen alten Freund Leo


Hoi Leo,

sorry wegen dem Anruf. Die Jungs waren besser als ich dachte, wenn sie selbst zu dir ne Spur gefunden haben. Alle Achtung ! Ich will dich nur kurz informieren was abgegangen ist, damit nichts zwischen uns steht. Wir haben beim Run den falschen Leuten auf die Füße getreten, was sich aber leider nicht vermeiden ließ und nicht vorhersehbar war. Die Jungs hatten uns danach echt auf den Kieker und legten uns eine Sprengstofffalle, die ein Teammember zum Glück entschärfen konnte. Danach entzog uns der Auftraggeber den Job und zahlte nur den Sockelbetrag aus. Von der Prämie keine Spur und da wir abtauchen mussten wegen ihm, ergriff ein Teammember die Gelegenheit und unterschlug zwei Credsticks und wir verließen Seattle. Nach einem Monat traffen wir uns wieder und wie ich erfuhr hatte sich das Problem bereits auf eine Art und Weise gelöst die ich nicht für gut befand, die uns nichts desto trotz Luft verschaffte. Ich werde mich erstmal ne Zeit nicht mehr bei dir melden, damit die Sache zur Ruhe kommt und du nicht weiter mit in die Sache rein gerissen wirst.

Grüß deine Frau und deine Tochter von mir, ich hoffe es sind alle wohlauf.

Dein alter Freund

Adam

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